Immer mehr Menschen wählen letzte Ruhe im Wald, auf der Alm oder auf der Naturwiese statt am Friedhof

paxnatura, Wegbereiter der Naturbestattung in Österreich, feiert 15-jähriges Bestehen. Gründer Maximilian Mayr Melnhof über anfängliche Skepsis und eine Friedhofs- sowie Grabpflege-Kultur, die sich gesellschaftlich bedingt wandelt.

GLANEGG, ÖSTERREICH (September 2025) / Acht Natur- beziehungsweise Waldfriedhöfe an den schönsten Plätzen in fünf Bundesländern für würdevolle Bestattungen in der Natur: Während sich in den drei Monaten im Gründungsjahr 2010 fünf Personen ihre letzte Ruhestätte am Fuße eines Baumes gesichert haben, waren es fünf Jahre später bereits 800 Buchungen und 2020 1300. In den vergangenen 15 Jahren verzeichnete die paxnatura Naturbestattungs GmbH einen stetigen Anstieg; im laufenden Jahr 2025 haben sich bereits 780 Menschen dafür entschieden, ihre letzte Ruhe in idyllischer Umgebung zu buchen.

Im Sommer 2010 hat Maximilian Mayr Melnhof das Unternehmen mit Sitz in Glanegg bei Salzburg gegründet. „Von der Natur komme ich, in die Natur kehre ich zurück – was für ein tröstlicher Gedanke!“ Das sagt Mayr Melnhof, für den der Tod „immer etwas Normales war, ganz anders als für die meisten Menschen“. In seiner Großfamilie habe es immer wieder Schicksalsschläge gegeben, berichtet er. Doch: „Unser Glaube gibt uns die Hoffnung auf ein Wiedersehen. Das hat mich immer fasziniert.“

Gesellschaftliche Veränderungen: Nachkommen pflegen Gräber seltener

Mayr Melnhof, dessen Ruhepol die Natur ist, erinnert sich daran, dass ihm in der Vergangenheit immer mehr Friedhöfe mit immer schlechter gepflegten Gräbern aufgefallen sind. Einen der Gründe dafür verortet er darin, dass ein einst fester Bestandteil der Trauerkultur an Bedeutung verliert, da Nachkommen oft nicht mehr in der Nähe ihrer Familien wohnen. Und weil Lebensentwürfe zunehmend global ausgerichtet sind, steht die regelmäßige Grabpflege nicht mehr unbedingt auf der Agenda junger Leute.

So kam ihm die Idee, mit paxnatura sein eigenes Naturbestattungs-Unternehmen ins Leben zu rufen. Fachliche Unterstützung kam von Karin Seewald, mit der er gemeinsam die Geschäftsführung innehat. „Sie kannte sich im Start-up-Bereich bestens aus, war genau die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt und ist Gottseidank auch bei uns geblieben“, sagt Mayr Melnhof und berichtet:

„Dass ich den Zeitgeist so treffe, war damals nicht vorhersehbar – erst recht nicht, wenn ich auf die Zahl der Naturbestattungen in Deutschland oder der Schweiz geschaut habe. Eine Urne unter einen Baum in die Erde zu legen, war ein Tabuthema, vor allem am Land. Wir sind mit der Gründung von paxnatura nicht den traditionellen Weg gegangen, obwohl ich aus einer ganz traditionellen Familie komme. Doch meine mittlerweile verstorbene Mutter hat mich bestärkt, weil sie es guthieß, wenn sich jemand dieses Themas annimmt, der Tote und den Tod achtet und ehrt.“

Dass bei paxnatura die Natur selbst die Grabpflege übernimmt und parallel neuen Lebensraum für teils seltene Tierarten und Pflanzen anbietet und aufrechterhält, wird für den Gründer dem gesellschaftlichen Wandel gerecht.

Heilige Erde und ein Ort des Gedenkens

Anfängliche Skepsis, etwa von Seiten der katholischen Kirche oder auch aus der Politik, konnten Mayr Melnhof und Seewald in Gesprächen ausräumen. „Heiliger Boden und ein auffindbarer Ort des Gedenkens – diesen beiden Bedingungen der Kirche kommen wir mit Freude nach.“ Die Akzeptanz sei daher „extrem schnell“ gekommen, sagt er. Wohl auch, weil Salzburg mit dem paxnatura Naturfriedhof am Wallfahrtsort Maria Plain über einen der schönsten Plätze für würdevolle Bestattungen verfügt.

So hätten die Menschen schnell gemerkt, dass eine Bestattung in der freien Natur in dem Trauerprozess helfen kann, weil eine herrliche Aussicht oder grüne Umgebung Zufriedenheit, Ruhe und auch Trost spenden. „Wer vor einem Baum, auf einer Wiese oder sogar am Berg die letzte Ruhestätte eines lieben Menschen besucht, verspürt nicht die Bedrückung, die manche von Friedhöfen her kennen“, stellt Mayr Melnhof fest.

Wurzeln in der Natur, Vision für die Zukunft

„Etwa eineinhalb Prozent der Bevölkerung sterben pro Jahr“, gibt Maximilian Mayr Melnhof zu Bedenken und wagt einen Blick in die Zukunft der Naturbestattung: „Die Frage, wo Menschen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ihre letzte Ruhe finden, ist in Zeiten von knapper werdendem Raum und versiegelten Flächen absolut relevant. Viele Friedhöfe befinden sich in Orts- oder Stadtzentren. Ihre Erweiterungen sind heutzutage sehr teuer – das alles spricht für Naturbestattung.“

Außerdem trage paxnatura dem demografischen Wandel Rechnung und achte darauf, dass Natur- und Waldfriedhöfe sehr gut zugänglich sind, damit auch ältere Angehörige diese problemlos besuchen können.

Amicus Tierfriedhöfe: Letzte Ruhe für beste Freunde der Menschen

Weil Mayr Melnhofs Team immer mehr Anfragen für Tierbestattungen erhielt, hat paxnatura 2021 die amicus Tierfriedhöfe eingeführt. „Haustiere sind treue Begleiter vieler Menschen. Das hat gerade die herausfordernde Corona-Zeit gezeigt“, erzählt Karin Seewald. „Daher haben wir immer häufiger die Frage von Interessenten erhalten, ob sie nicht auch ihr Haustier auf unseren Naturbestattungsflächen bestatten könne.“ Die ersten abgetrennten Bereiche für Tierbestattungen entstanden auf den Flächen in Glanegg bei Salzburg und Sonnegg in Kärnten. Im Jahr 2022 folgte die Eröffnung eines eigenen amicus-Bereichs am Waldfriedhof Purkersdorf bei Wien und Tillysburg bei Linz. Seitdem wird das Angebot kontinuierlich auf weitere Standorte in ganz Österreich ausgeweitet.

„Weil unsere Entscheidungen auch auf unserem christlichen Glauben beruhen, trennen wir Mensch und Tier räumlich. Auch Tieren einen Ort anzubieten, finde ich wichtig. Wir wissen ja, wie groß die emotionale Bindung an ein Haustier sein kann und ich finde es großartig, wenn Kinder mit Tieren aufwachsen“, sagt Mayr Melnhof.

Paxnatura feiert heuer 15-jähriges Jubiläum. 15 Jahre, in denen die Wald- und Naturfriedhöfe in Österreich für Mensch und Tier ein ganz besonderer Ort für die letzte Ruhestätte bietet und gleichzeitig für Angehörige und Besuche wundervolle Orte ist, um Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen – immerzu umgeben von Natur und Leben.

Kontakt für Fragen:
Karin Seewald,
Geschäftsführerin paxnatura Naturbestattungs GmbH & Co KG
ks@paxnatura.at sowie 0664/ 18 19 791

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